Malagueta-Music.com

Our website requires Flash Playerv.6.0.65.
We enjoy to present you a little Flash pics slideshow about artists we promote in this content.

Zao
(Elfenbein Küste)
"L’aiguille" Lusafrica
Sampla Zao
Oh quel beau sample !
 
Irie Révoltés
(Deutschland)
"Voyage" Sky Cap
Voyage
Akendengué

0 | 10 | 20

"L´aiguille"
 Lusafrica
 (im Vertrieb von Rough Trade)
 Kat-Nr: 56725462622
 VÖ: 7. Juli 2006
 
 
 
 

Pressemappe / Clippings

Zao zieht den Faden seiner immer wieder unterbrochenen Karriere durch ein weiteres musikalisches Nadelöhr und wünscht, er könne hiermit die Risse seiner zerstörten Heimat flicken. Trotz zahlreicher Rückschläge hat Zao niemals aufgegeben und stets die Wahrheit mit seinen ganz eigenen Worten singen wollen. "Man darf einen übelriechenden, zahnlosen Mund nicht zunähen", so erklärt er den Titel seines neuesten Albums. "Ich meine, dass wir bei den wesentlichen Dingen nicht wegschauen dürfen, sondern den Problemen auf den Grund gehen sollten. Ein kongolesisches Sprichwort sagt: `Der Mund des alten Mannes stinkt zwar, doch er verbreitet wichtige Worte´".

Casimir Zoba, genannt Zao, ist ein erfahrener Mann. Am 24. März 2006 ist er 53 Jahre alt geworden und hat einiges erlebt. Seine Karriere begann unter der marxistisch-leninistischen Regierung von Denis Sassou Nguesso (1979-90). Anfangs übte er noch seine Tätigkeit als Lehrer aus, doch wurde er so berühmt, dass der Schulrat ihn aus dem Schuldienst nehmen musste. "Als ich ins Klassenzimmer trat, lachten alle Kinder. Sie mimten, was sie am Fernseher von mir gesehen hatten, nach", erinnert sich Zao. So wurde er Beamter in der kongolesischen Hauptstadt Brazzaville. Sein neuer Status erlaubte ihm, in Zentral- und in Ostafrika, in Frankreich und in Europa auf Tournee zu gehen. Er erhielt bereits im Jahre 1982 den " Prix Découverte de RFI " und etablierte somit seine sehr persönliche Art, schwierige Themen mit humoristischen Texten zu verpacken. Kurz darauf folgte im Jahre 1983 der Preis des besten Songs beim Festival der zentralafrikanischen Musik. Zao wurde in Frankreich mit offenen Armen empfangen und veröffentlichte bei Barclay das Album "Ancien Combattant" mit dem gleichnamigen Lied, das ein Riesenerfolg werden sollte. Zahlreiche weitere Alben folgten und es hätte wohl ewig so weiter gehen können, wenn nicht der politische Umbruch im Kongo stattgefunden hätte und Zao im Jahre 1997 plötzlich vor dem Nichts stand. Er verlor alles, was er im Laufe seiner Karriere aufgebaut hatte, wie beispielsweise seine eigene Produktionsfirma. Plötzlich richteten sich seine antimilitaristischen und antikolonialen Texte gegen ihn.

Die Burleske nahm eine tragische Wendung. Der urbane Dichter, der ehemalige Lehrer, das Idol der afrikanischen Fernsehsender, der witzige Intellektuelle und lustige Moralist wurde von Kindersoldaten gehetzt und lebte mit seiner Familie im Urwald versteckt. Es fällt ihm heute noch schwer, an diese neun Monate entsetzlichen Leidens, in denen er seinen vierjährigen Sohn verlor, zurückzudenken. "Der Künstler gehört keinem Stamm an, er gehört einfach allen. Wir Künstler haben eine sehr wichtige Rolle in der Gesellschaft zu spielen. Als Opfer sollte man niemals den Kopf hängen lassen. Im Gegenteil, die Schwierigkeiten haben mich dazu motiviert, weiterzumachen und diesen Menschen zu sagen, dass Ignoranz Afrikas größte Krankheit ist, und zum Schlimmsten führt. Das ist der Sinn von "L’aiguille", erklärt Zao heute.

Als er im Jahre 2000 das Album "Renaissance" (Wiedergeburt) veröffentlicht, scheinen seine neuen Musikstücke von den Schicksalsprüfungen getrübt, auch wenn Zao seinen Humor nicht verloren hat. Im August 2003 spielt er beim Festival "Les Escales de Saint-Nazaire" und bereitet somit seine Rückkehr in die französische Szene vor. Doch einen Tag vor dem Rückflug nach Brazzaville verschwinden alle acht Musiker, die ihn begleiteten, spurlos. "Die französische Botschaft in Brazzaville fand, dass ich mitschuldig war, und hat mir seitdem jede Einreise nach Frankreich verweigert", erklärt Zao. "Ich hatte nichts damit zu tun, aber ich sollte trotzdem die Verantwortung dafür tragen. Diese jungen Musiker haben leider nicht begriffen, dass das Glück nicht zwangsläufig in Europa liegt... Seitdem ich mein erstes Album aufgenommen habe, bin ich regelmäßig nach Frankreich gereist. Ich wollte aber nie dort bleiben. Heute leben diese Musiker in Europa ohne Genehmigung und machen nichts: Das ist schlimm!"

Anschließend dauert es zwei Jahre, bis Zao sein Orchester neu formiert und in Brazzaville ein weiteres Album, "L’aiguille", aufnehmen kann. Seine burlesken Beschreibungen der afrikanischen Gesellschaft sind urkomisch und mitreißend zugleich. Musikalisch greift der Komponist neben Soukouss und Rumba auf ursprüngliche und traditionelle Rhythmen zurück und lässt für seine Texte die Gedanken einfach nur heraussprudeln: "Ich weiß gar nicht, woher mir die Ideen für meine Lieder kommen. Mein Gehirn arbeitet und dann schreibe ich alles nieder", sagt Zao. "Ich schildere nur die Wirklichkeit. Ich bin das, was die Gesellschaft aus mir gemacht hat, und ich lasse mich von den Ereignissen auf der Welt beeinflussen. Man muss klar anzeigen, was schief geht, ich möchte aber niemanden beschmutzen, sondern lediglich Zeichen setzen".

© Malagueta Music Ltd. 2006