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Tcheka
(Kap Verde)
"Nu Monda" Lusafrica
 
Leyanis López
(Kuba)
"Corazón Presumido" Lusafrica
 
Kad Achouri
Frankreich
"Société" Sky Cap
 
Lura
Kap Verde
"Di Kurpu Ku Alma" Lusafrica

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Tcheka

Tcheka, der junge Singer-Songwriter aus den Kapverdischen Inseln, geht entschieden seinen eigenen Weg. Nicht, dass er Morna und Coladera nicht mögen würde! Vielmehr setzt er sein Talent für eine weniger bekannte Musikrichtung, den Batuque1), ein. Mit seinem Debütalbum "Argui", auf dem er eine neue Interpretationsform dieses populären Rhythmus der Insel Santiago darbot, machte Tcheka auf sich aufmerksam, so dass die Sängerin Lura zwei seiner Stücke für ihr Album aussuchte: der brilliante Opener Tabanka Assigo und das energische Schlusslied Man’ba des bes kumida dâ , ein Highlight in Luras Bühnenshow.

Heute präsentiert Tcheka sein zweites Album: "Nu Monda" (Kreolisch für"Unkraut jäten"), eine Schatzkiste voller musikalischer Geschichten, deren Wurzeln tief im traditionellen Boden der Kapverden verankert sind. Erneut gelingt es Tcheka, den Batuque, der eigentlich auf Perkussionen gespielt wird, auf seine Gitarre zu transponieren. Seine Kompositionen sind leichte Pinselstriche, die die Konturen des Batuque dezent mit neuen Farbtönen umreißen. Der Rhythmus des Widerstandes der Frauen, den die Verbote in der Kolonialzeit nicht haben unterdrücken können, wird von Tcheka in mutigen Variationen vorgestellt, mal langsamer, mal schneller, hier kraftvoll vibrierend, dort leise und feinfühlig. Streckenweise hört man den Einfluss der Morna durch, andere Stücke muten geradezu funkig an. Neben Tchekas Gitarre und emotionsreicher Stimme spielen Kizo Oliveira den Bass, Paul Ribeiro die Perkussionen und Hernani Almeida eine weitere Gitarre. ein junger virtuoser Gitarrist, dessen Talent bei den letzen Aufnahmen mit Bau entdeckt wurde, eine weitere Gitarre.

Tcheka könnte man fast mit einem Griot vergleichen, der mit dem Blick eines aufmerksamen Beobachters (vielleicht ein Relikt aus seiner Zeit als Kameramann beim nationalen kapverdischen Fernsehen?) Geschichten vom ländlichen Leben der Kapverden erzählt und die Tiere, Pflanzen, Steine, Wege, die Trockenheit und den Regen gekonnt in Szene setzt. Die zentrale Rolle spielen hierbei die Menschen, mit ihren Heiligen, ihren Festen, Bräuchen und Ausdrucksformen, und universelle Themen wie Liebe, Freundschaft, die davon laufende Zeit, Dramen, Freuden und Hoffnung.

Auch wenn Tcheka dem Rhythmus der Karnevalmusik Tabanka oder dem Talulu, der auf Fogo zum Fest der Allerheiligen gespielt wird, einen Ehrenplatz zukommen lässt, ist er zur Galionsfigur einer musikalischen Bewegung geworden, die bereits einen eigenen Namen hat: "Batuque do Quintal" nach dem Kulturzentrum und Café "Quintal da Música", in dem sie entstanden ist. Der junge Künstler, der sich als ausgesprochen talentierter Gitarrist und Komponist zeigt und sein Charisma auch als Sänger beweist, wird in Zukunft weitere Meisterwerke hervorbringen. Denn er weiß genau, dass der Batuque noch mehr Facetten zu bieten hat.

Die DVD zeigt Tcheka bei einem Auftritt in Lissabon sowie in seinem Dorf Ribeira Barca auf der Insel Santiago. Neben eindrucksvollen Bildern der Insel erlebt man Tcheka im Duo mit seinem Vater an der Geige und nimmt für einen kurzen Moment am Alltag der Kapverden teil.

1) Batuque & Tchabeta

Der Batuque ist ein besonderer Rhythmus der Insel Santiago. Als Erbe der Rhythmen, die von den Sklaven auf die Insel gebracht wurden, übermittelt er die kollektive Erinnerung und die afrikanische Identität des kapverdischen Volkes. Da die Trommel lange Jahre von der Kirche und der Kolonialmacht Portugal verboten wurde, mussten die Frauen, die diesen Rhythmus traditionell spielen, Möglichkeiten finden, das Verbot zu umgehen. Fortan schlugen die im Kreis sitzenden Frauen die "Tchabeta", eng zusammengerollte Stoffbahnen, die sie zwischen ihren Schenkeln halten. Je nach Dichte und Größe dieser "Stofftrommeln" werden unterschiedliche Töne erzeugt. Der Batuque begleitet einen improvisierten Gesang, den Finaçon, bei dem die Texte der jeweiligen Situation spontan angepasst werden. In der Regel werden Ereignisse des Dorflebens kommentiert und ländliche Feste gefeiert. Hin und wieder betritt eine Sängerin den "Terrero" (die Mitte des Kreises), um zu tanzen. Da die Frauen heute keine Tchabeta mehr tragen, stellen sie oftmals ihre "Trommeln" aus zusammengefalteten Plastiktüten her, die einen ganz bemerkenswerten Sound entstehen lassen.

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