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Samir Tahar
Algerien
"Magig Ud" Next Music
 
V.A.
Haiti
"Haitian Troubadours" Next Music
 
Kle-Z
Frankreich
"Klezmer Latitudes" Pygmalion
 
Adesa
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"Akoma" Heaven & Earth
 
Gnawa Diffusion
Algerien
"Live DZ" Next Music

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Gnawa Diffusion

DZ, El Djezaïr (Algier): Dort schrieb Amazighs Vater, Kateb Yacine, im kolonialisierten Algerien das Kultbuch "Nedjma" noch auf französisch. Der junge Sänger seinerseits lebt heute in Frankreich im Exil und schreibt die meisten seiner Songs auf arabisch. Amazigh Kateb ist die Seele der Gnawa Diffusion, einer Band, die seit ihrem ersten Album "Algeria" Furore macht.

Amazigh Kateb ist in Algier groß geworden. In seinem Viertel hört man Rock, Reggae und Ragga, "bloß keine arabische Musik, die ist ja nur für die Alten". Auch die Musik der Gnawa lernt er ganz zufällig kennen, auf einer Reise, die er mit seiner Mutter nach Timimoun in den tiefsten algerischen Süden macht. Obwohl er äußerst widerwillig mitfährt - er hätte die Ferien viel lieber am Strand verbracht - ist er augenblicklich von den afrikanischen Rhythmen fasziniert, in einem Land, das seine schwarzen Wurzeln weitestgehend verleugnet.

Amazigh Kateb ist 16 Jahre alt, als er nach Grenoble (Frankreich) emigriert. Dort gewinnt die arabische Kultur für ihn zunehmend an Bedeutung, sie wird zum Ausdrucksmittel seiner Identität und seines Widerstands. Doch seine Gnawa Diffusion hat ganz und gar nichts von einer Rootsband. Die meisten Musiker sind Franzosen, die die Djellaba über dem Sweatshirt und Nikes zur Gandura tragen. Und genau so kunterbunt hört sich auch ihre Musik an: fröhlich und turbulent, ironisch und immer tanzbar. Gembri, Quarquabous, Gitarre, Bass und Schlagzeug vermischen sich mit Djembe und Darbouka zum ganz eigenen "Raggachaabignawa"-Style.

Die Musik sprüht zwar vor Lebensfreude, jedoch können Amazighs Texte geradezu giftig sein. Ob er über die dramatische Situation in Algerien und das Leid seiner Landsleute singt oder Liebeslieder schreibt, Amazigh liebt das Absurde und die Provokation. Und der beste Beweis für seinen ausgeprägten Sinn für Humor liefert sicherlich das extrem witzige "Ombre-elle" (J’aimerais être un fauteuil ...), das vielen Fundamentalisten viel zu erotisch klingt.

"DZ" wurde während der Tour von Gnawa Diffusion in Algerien live aufgenommen, als Amazigh zum ersten Mal im Mai 2001 sein Land wieder besuchen konnte. Die offenkundige Freude des Publikums lässt nichts über die drastischen Sicherheitsmaßnahmen während der Konzerte ahnen. El Dejzaïr hieß Gnawa Diffusion wärmstens willkommen und feierte die Rückkehr des jungen Poeten mit mediterraner Begeisterung. Gnawa Diffusion bedankte sich musikalisch für diese herzliche Begrüßung. Man hört’s !

© Malagueta Music Ltd. 2006