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Mich Gerber
Schweiz
"The Endless String"
 
Carmen 13.11.2003 - Berlin, Haus der Kulturen der Welt
 
Pushkin - Toure 11.10.2003 Berlin, Passionskirche
 
Rassegna
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"Dominos" Playasound
 
Mané
Portugal
"Fado Subtil" Playasound
 
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Afrika
"Le Festival Au Désert Exil"

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Baden Powell

"Lembranças" ("Erinnerungen") ist genau der richtige Titel für Baden Powells letzte Aufnahmen, die im Mai 2000 kurz vor seinem Tod am 26. September 2000 entstanden sind. Das Album spiegelt die Erinnerungen eines der bedeutendsten Instrumentalisten und Improvisationskünstlers Brasiliens wider und präsentiert ein Repertoire, das sich aus brasilianischen Klassikern zusammensetzt, die Baden in den vier Jahrzehnten seiner herausragenden Karriere immer wieder gespielt und aufgenommen hat. Für "Lembranças" hat er unvergängliche Kompositionen von Ary Barroso ("Inquietação" & "Maria"), Noel Rosa ("Pastorinhas"), Dori Caymmi ("Dora"), Zequinha de Abreu ("Branca") sowie andere Meisterwerke aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eingespielt. Zwei Ausnahmen sind eigene Kompositionen, die er mit den legendären Poeten Vinícius de Moraes ("O argonauta") und Paulo César Pinheiro ("Falei e disse") geschrieben hat.

Für seine letzten Studioaufnahmen hat Baden Powell - stellenweise von dem Perkussionisten Fred Prince und dem Flötisten Teco Cardoso begleitet - diese Lieder mit einer atemberaubenden Feinheit interpretiert und scheinbar zerbrechliche musikalische Werke geschaffen, die gleichzeitig seine künstlerische innerliche Stärke zum Ausdruck bringen. "Mit den Jahren wurde sein Spiel meditativer und weniger impulsiv: Seit 1972 litt er sehr unter Diabetes, was seine Fingerfertigkeit und seine Spielkraft beeinträchtigte, aber niemals sein Genie", bemerkt Tarik de Souza, einer der bedeutendsten Musikkritiker Brasiliens in seiner Besprechung des Albums. "Seine Interpretationen solcher Klassiker wie ’Pastorinhas’ oder ’Inquietação’ zeugen von Badens unvergleichbarer Virtuosität."

Baden Powell wurde im Jahre 1937 in Varre-Sai als Baden Powell de Aquino geboren und zog schon als Säugling mit seiner Familie nach Rio de Janeiro. Sein Vater, Lino de Aquino, war selber ein begabter Gitarrist und organisierte regelmäßig choro Veranstaltungen zu Hause, wo Meister wie Pixinguinha und Donga auftraten. Nachdem er seine ersten Gitarrenstunden bei seinem Vater nahm, setzte Baden sein Musikstudium bei Jayme Florence fort, dem berühmten Samba-Gitarristen, der unter dem Namen Meira bekannt ist. Obwohl sein Studium sehr klassisch orientiert war und er in den Jahren mit Meira ein ganz besonderes Interesse für Jazz zeigte, schlug Badens Herz schon immer für den traditionellen Samba. Als er mit 15 Jahren seine professionelle Karriere begann, freundete er sich mit Rios besten Sambaspielern jener Zeit an. Auch wenn er in den 60ern und 70ern hin und wieder in die Welt des Bossa Nova eintauchte, blieb Baden Powell im Herzen stets ein Sambista.

Im Jahre 1962 begann Baden Powells wichtige Zusammenarbeit mit dem Autoren Vinícius de Moraes, der dutzendweise Klassiker schrieb, unter anderem eine hochgelobte Serie von Afro-Sambas. Neben seinen eigenen Alben begleitete Baden Powell bedeutende brasilianische Künstler wie Sílvia Telles, Elis Regina und Elizeth Cardoso. In den späten 60ern, als die Bossa Nova Welle die Vereinigten Staaten erreichte, versuchten viele Brazilianer ihr Glück in den USA. Baden Powell hingegen entschied sich für Europa (genauer gesagt für Frankreich und Deutschland), wo er fast zwei Jahrzente lang mit anderen Exil-Brasilianern sowie europäischen Jazzmusikern gearbeitet hat.

In den 90er Jahren - er lebte bereits wieder in Brasilien - reiste Baden Powell regelmäßig nach Europa, wo er Konzerte gab, eine ganze Reihe beeindruckender Alben aufnahm und zunehmend mehr Publikum begeisterte. Heute wird "Lembranças" begeistern, ein Album, das das musikalische Erbe eines Individualisten darstellt, der niemals dem Dikakt der Zeit nachgegeben und deshalb zeitlose Musik geschaffen hat.

© Malagueta Music Ltd. 2006